So, da bin ich nun also. Ist noch ziemlich ruhig hier. Gut so, stört keiner meine Konzentration. Apropos Konzentration.
Die Big Bang-Folge kenne ich zwar schon, aber sie ist trotzdem lustig.
Ich könnte nochmal schnell Facebook checken.
Wann kommt Dinner for one?
Ich bin Weltmeisterin im Prokrastinieren. Hab sogar schon einen Kurs dagegen belegt. Die Ursache ist in der Regel, dass die Aufgabe, die zu erledigen ist und die man gerade aussitzt, nicht dem eigenen Zielsystem dient.
Oder man ist depressiv. Kann auch sein. Dann hilft kein Kurs. Haben die in dem Kurs auch gesagt. Kluge Leute. War ja auch ein Uni-Kurs.
Trotzdem habe ich mich brav mit meinen Werten und Zielen auseinandergesetzt. Na ja, auseinandersetzen wollen. So richtig zu Ergebnissen kam ich nicht. Wie soll das auch gehen mitten in einer depressiven Phase? Es ist schon faszinierend, sich selbst dabei zu beobachen, wie man sich im Kreis dreht. Unsere kleine Katze jagt immer ihr Schwänzchen; ist genauso sinnvoll, sieht aber witziger aus.
Ich habe früher sehr viel geschrieben. Durchaus auch sowas wie Tagebuch oder einfach mal meine Gedanken zu einem Thema oder ein Gedicht. Am liebsten aber Briefe. Ich bin alt genug, ich kenne noch Brieffreundschaften. Damals habe ich problemlos 10 DIN A4-Seiten am Stück mit der Hand runtergeschrieben. Wohl sortierte Gedanken, schöne Schrift. Stundenlang ohne Pause war überhaupt kein Problem. Kaum noch vorstellbar. Zum einen, so lange Zeit konzentriert über einer Sache zu bleiben und zum anderen, den Text einfach runter zu schreiben ohne später zu redigieren, nachträglich einzufügen, etwas zu löschen… Ich sehne mich danach, das wieder zu können. Ich will nicht unbedingt mit der Hand schreiben, aber die Klarheit der Gedanken, die Fähigkeit zur Konzentration und die Verbissenheit, etwas bis zum Ende zu bringen, fehlen mir. Das waren echte Kompetenzen, finde ich. Und die sind weg. Und es ist nicht nur die Depression, glaube ich. Die Arbeit klaut einem viel. Ständig nur Meetings, „Kommunikation“ per E-Mail, fast keine Zeit, länger am Stück über einer Sache zu bleiben, da verlernt man schon Einiges.
Ich habe auch lange gebraucht bis ich mich entschieden habe, einen Blog aufzusetzen. Einerseits drängt in mir alles dazu, schreiben zu wollen, andererseits habe ich überhaupt keinen Plan, worüber. Und ich war noch nie der Typ für „der Weg ist das Ziel“. Das Konzept verstehe ich nicht.
Und nun sitze ich hier und tippe vor mich hin und kämpfe dagegen an, dass ich schon wieder aufspringen und etwas anderes tun möchte. Vielleicht Wäsche und war in der Küche nicht noch etwas zu tun? Bestimmt. Vor 5 Minuten hatte ich darauf noch keine Lust, aber jetzt denke ich, ich sollte das machen. Ommmmmmmmmmm.
Tschuldigung, war nur kurz nen Kaffee holen. Die Einkaufstasche musste auch ausgeräumt werden, das wird man doch noch mal machen dürfen.
Also gut, meine Konzentrationsschwelle ist wohl schon überschritten. Empfehle mich.
Procrastinators unite! Tomorrow!
Bildquelle: Ulrich Vogler / pixelio.de
Letzte Kommentare
Steffen Hänert
"Hallo Susi Sorglos, habe alle Ihre Zeilen gelesen, ja auch mir ging ..."
Freja
"Liebe Susi, welch eine Ironie. Da stieß ich auf deinen Blog, als ich gerade ..."